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Alternative zu Hevy und Strong: wann sich ein Wechsel lohnt
Wer nach einer Alternative zu Hevy oder Strong sucht, hat meistens einen konkreten Anlass. Eine Funktion ist hinter die Bezahlschranke gerutscht. Das Abo läuft im dritten Jahr. Oder die kostenlose Version wird langsam eng.
Vorweg, weil es sonst untergeht: Hevy und Strong sind gute Apps. Millionen Leute trainieren damit, und die meisten davon sollten dabei bleiben. Ein Wechsel lohnt sich nicht, weil irgendwo eine App „besser” ist, sondern wenn dich an deiner aktuellen etwas regelmäßig stört.
Woran du merkst, dass es nicht mehr passt
Du zahlst monatlich für ein Logbuch. Fünf bis dreizehn Euro im Monat sind über drei Jahre schnell 200 bis 400 Euro. Das kann sich lohnen, wenn du die App täglich nutzt und sie dir Arbeit abnimmt. Wenn du sie hauptsächlich zum Nachschlagen benutzt, wird das Verhältnis irgendwann komisch. Welche Modelle es gibt und was sie über die Jahre kosten, steht hier im Detail.
Du rechnest deine Progression selbst. Viele Apps protokollieren nur: Du trägst ein, was du gemacht hast, und die App zeigt es dir später wieder. Was diese Woche dran ist, rechnest du im Kopf oder im Spreadsheet. Wenn du nach einem festen Programm trainierst — 5/3/1, GZCLP, Linear Progression — ist das jede Woche dieselbe Rechnerei.
Du stößt an ein Limit, das keinen technischen Grund hat. Eine Obergrenze bei Routinen oder ein abgeschnittener Verlauf sind Produktentscheidungen, keine Serverprobleme. Das ist legitimes Geschäft — nur eben ein Grund, sich umzuschauen, wenn es dich betrifft.
Nichts davon trifft zu? Dann bleib. Ernsthaft. Eine funktionierende Routine ist mehr wert als jede App.
Deine Historie kommt mit
Der Grund, warum die meisten nicht wechseln, ist nicht die neue App. Es sind die drei Jahre Bankdrücken in der alten.
Das lässt sich lösen: In Hevy und Strong exportierst du deine Historie in eine Datei, in hitPR liest du sie ein. Beim Import gehst du einmal die Übungsnamen durch — die App schlägt dir für jeden fremden Namen eine passende Übung vor, du bestätigst oder korrigierst. Danach steht dein Verlauf da, mit Datum, Gewicht und Sätzen.
Bei FitNotes funktioniert das genauso. Exporte aus GymRun, Liftosaur oder Fitbod werden meistens auch gelesen. Bei Jefit und Boostcamp klappt es aktuell nicht — deren Dateien sind anders aufgebaut, und dafür fehlt der passende Baustein noch.
Ein Detail, das nach Kleinkram klingt und keiner ist: Manche Apps schreiben nicht in die Datei, ob deine Zahlen kg oder lbs sind. In dem Fall wirst du gefragt. Sonst werden aus 100 lbs stillschweigend 100 kg, und das merkst du erst Wochen später an einem Diagramm, das nicht stimmen kann.
Umgekehrt gilt derselbe Maßstab: Aus hitPR exportierst du deine Trainingshistorie in ein Format, das andere Apps lesen können, plus ein vollständiges Backup mit Plänen und Einstellungen. Die ehrliche Grenze dabei — der portable Export enthält deine Sätze, nicht deine Programmlogik. Wer weiterzieht, nimmt seinen Verlauf mit und baut die Pläne woanders neu auf.
Was du danach siehst, was du vorher nicht gesehen hast
Der eigentliche Unterschied zeigt sich nicht beim Eintragen. Er zeigt sich, wenn du nach zwei Monaten wissen willst, ob dein Training eigentlich ausgewogen ist.
Ein Beispiel: Du trainierst seit vier Monaten Push/Pull/Legs, und die hintere Schulter kommt nicht mit. In den meisten Apps steht in der Auswertung „Schultern” — eine Zeile für drei Muskeln, die von völlig verschiedenen Übungen getroffen werden. Schrägbankdrücken, Seitheben und Face Pulls landen alle im selben Topf. Damit ist die Frage nicht beantwortbar.
hitPR wertet über 19 Muskelgruppen aus und zählt dabei vordere, seitliche und hintere Schulter getrennt. Genauso Adduktoren und Abduktoren, oberer und unterer Rücken, Nacken. Das Ergebnis siehst du als Körperkarte, von vorn und von hinten: je stärker ein Bereich eingefärbt ist, desto mehr Sätze sind dort in der Woche gelandet. Ein Blick, und die Lücke ist sichtbar — bei fast allen ist es die hintere Schulter, der untere Rücken oder die Waden.
Gezählt wird nachvollziehbar: Ist ein Muskel primär beteiligt, zählt der Satz voll; ist er nur beteiligt, zählt er halb. Kein Punktesystem, keine Bewertung — nur Sätze pro Muskel.
Und wenn dir eine Zuordnung nicht passt, kannst du sie ändern. In der Übungsdetail-Ansicht legst du für jede einzelne Übung selbst fest, welche Muskeln primär und welche sekundär beteiligt sind. Das klingt nach Kleinkram, ist aber der Punkt, an dem so eine Auswertung sonst kippt: Wenn du Klimmzüge breit greifst und die App sie trotzdem als Bizeps-lastig verbucht, stimmt dein ganzes Wochenbild nicht. Deine Ausführung kennt die Datenbank nicht — du schon.
Ein Backup, das dir gehört
Der zweite Grund, warum Leute bei einer App bleiben, ist die Sicherung. Wer drei Jahre Historie hat, will sie nicht verlieren — und nimmt dafür in Kauf, dass sie auf einem fremden Server liegt.
Das lässt sich anders bauen. hitPR sichert nicht zu mir, sondern in deinen eigenen Speicher: iCloud oder Google Drive, je nach Gerät. Verschlüsselt wird vorher, auf dem Telefon, mit AES-256-GCM. Den Schlüssel siehst du einmal als Wiederherstellungscode — er liegt nirgendwo sonst.
Praktisch heißt das: Weder ich noch Google noch Apple können in deine Sicherung schauen. Es gibt keinen Server mit Trainingsdaten, den jemand kompromittieren könnte, und kein Konto bei mir, das jemand übernehmen könnte. Die Kehrseite gehört dazu — verlierst du den Code, ist die Sicherung nicht mehr lesbar. Das ist der Preis dafür, dass sie wirklich dir gehört.
Progression, die du nachvollziehen kannst
Manche Apps entscheiden für dich, welches Gewicht heute dran ist. Das kann angenehm sein, und für viele ist es genau richtig — man macht auf, macht das, was dasteht, und muss nicht nachdenken.
Wenn du dagegen wissen willst, warum heute 82,5 kg dastehen, brauchst du ein System, das seine Regel offenlegt.
Genau das ist der Ansatz hier: Es gibt acht Progressions-Systeme — lineare Steigerung, doppelte Progression, AMRAP-basiert, effortgesteuert, Schema-Wechsel wie bei GZCLP und die 5/3/1-Zyklik. Du wählst eines aus und stellst seine Werte ein: Um wie viel es hochgeht, wie viele Fehlversuche erlaubt sind, wann ein Deload kommt. Die App führt die Regel dann aus. Sie erfindet nichts dazu und ändert nichts eigenmächtig.
Praktisch heißt das: Du trainierst 5/3/1 und stehst am Montag vor der Bank. Statt auszurechnen, was 85 Prozent deines Trainingsmaximums in dieser Zyklus-Woche bedeuten, steht das Gewicht schon da — auf die Scheiben gerundet, die du tatsächlich auflegen kannst. Du machst deine Sätze und trägst die Wiederholungen ein. Ist der Zyklus komplett, wird das Trainingsmaximum nach deiner Regel erhöht und der nächste Zyklus steht bereit.
Der Unterschied ist nicht, dass eines davon schlauer wäre. Der Unterschied ist, dass du es nachrechnen kannst.
Pläne, die über Wochen laufen
Eine Routine ist eine Liste von Übungen. Ein Plan ist etwas anderes: mehrere Trainingstage, die sich über Wochen abwechseln, mit einem Zyklus dahinter.
Beides lässt sich hier bauen. Du legst die Tage an, verteilst die Übungen, setzt Wochenstruktur und Zykluslänge — oder du nimmst eines der mitgelieferten Programme und passt es an. Zur Auswahl stehen rund 1.300 Übungen mit Animationen; eigene kannst du ergänzen.
Wie du dabei sinnvoll vorgehst, ohne dich zu verzetteln, steht im Artikel über das Erstellen von Trainingsplänen. Was progressive Überlastung praktisch bedeutet, ebenfalls.
Dazu kommt der Rest ohne großes Aufheben: Alles zum Trainieren ist kostenlos, es gibt keine Werbung, und die App läuft ohne Konto und ohne Internet. Für das optionale Cloud-Backup nutzt du dein eigenes Google- oder Apple-Konto. Statistik- und Absturzberichte sind standardmäßig aus; ob du sie einschaltest, entscheidest du.
Für wen es nichts ist
Wer ein soziales Netzwerk will. Es gibt keinen Feed, keine Follower, keine Kommentare. Teilen geht: Nach dem Training wählst du aus fünf fertigen Karten — Zusammenfassung, neuer PR, Muskelkarte, Vergleich, Streak — und stellst sie als Bild in deine Story oder deinen Status. Was fehlt, ist das Soziale in der App. Wenn dein Training davon lebt, dass Freunde deine Workouts sehen und kommentieren, ist Hevy dafür gebaut und hier bewusst nicht.
Wer primär Cardio trackt. Laufen, Rudern und Radfahren kannst du eintragen, aber nur mit Distanz und Dauer. Keine Herzfrequenz, keine Pace-Auswertung, keine Streckenaufzeichnung. Wer Cardio ernsthaft verfolgt, braucht dafür etwas anderes.
Wer geführte Video-Workouts sucht. Nicht der Schwerpunkt.
Wer lieber gesagt bekommt, was zu tun ist. Wenn dich die Frage „nach welcher Regel steigere ich?” eher nervt als interessiert, ist eine App, die das für dich entscheidet, die bessere Wahl.
Wer gerade zufrieden ist. Siehe oben.
Kurz gefasst
Prüf drei Dinge, bevor du wechselst: Stört dich wirklich etwas, oder ist es nur Neugier? Kommt deine Historie mit? Und kommst du aus der neuen App genauso wieder heraus wie aus der alten?
Wenn du bei allen dreien ein gutes Gefühl hast, ist der Wechsel eine Sache von zwanzig Minuten. Und wenn du danach zum ersten Mal siehst, dass deine hintere Schulter seit vier Monaten zwei Sätze pro Woche bekommt, hat sich das schon gelohnt.
Wenn du dagegen erst anfängst, dein Training überhaupt festzuhalten, fang lieber hier an — dann ist die App-Frage die übernächste.
Angaben zu anderen Apps: Stand August 2026. Funktionen und Preise ändern sich, prüf sie im Zweifel beim jeweiligen Anbieter nach. hitPR ist meine eigene App, dieser Text ist also nicht neutral — die Aussagen darüber kannst du aber überprüfen, indem du sie ausprobierst.