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Nahaufnahme farbiger Hantelscheiben auf einer Halterung.

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Reddit-Trainingsprogramme im Vergleich: Welches Programm passt zu dir?

· Chris · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert

Auf Reddit wirken Trainingspläne schnell wie Fußballvereine: GZCLP, nSuns, Greyskull, PHUL, PHAT, StrongLifts, Starting Strength — und unter jedem Namen stehen Leute, die überzeugt sind, genau dieses System habe alles verändert.

Der sinnvollere Vergleich beginnt nicht mit der Frage „Welcher Plan ist der beste?“, sondern mit vier anderen: Wie oft kannst du trainieren? Wie viel Volumen verträgst du? Wie viel Entscheidungshilfe brauchst du? Und willst du vor allem schnell lineare Fortschritte machen oder Training bereits längerfristig organisieren?

Dieser Artikel ordnet sieben populäre Programme genau danach ein.

Die große Vergleichstabelle

ProgrammTage/WoLevelVolumenPeriodisierungAutoregulationDauer/SessionBewertung
Greyskull LP3AnfängerNiedrig-ModeratKeineJa (AMRAP)35-45 MinSehr einfacher Einstieg
GZCLP3-4AnfängerModeratT1/T2/T3 + Failure-StufenTeilweise45-75 MinViel Struktur, flexibel
StrongLifts 5×53AnfängerModerat, squatlastigKeineKeine45-75 MinEinfach, aber enges Design
Starting Strength3AnfängerNiedrig-ModeratPhasen im Novice-ProgrammKeine45-75 MinSpezifischer Barbell-Fokus
nSuns 5/3/1 LP4-6Late Beginner+Sehr hochWöchentliche LastwellenJa (AMRAP)75-120+ MinSpezialfall für Volumentolerante
PHUL4IntermediateModerat-HochUndulierendIndirekt45-75 MinGute Kraft-/Hypertrophie-Mischung
PHAT5Intermediate+HochUndulierend + SpeedIndirekt75-120 MinAnspruchsvoll, bodybuildinglastig

„Bewertung“ ist hier keine wissenschaftliche Schulnote. Sie beschreibt, wofür das Programm praktisch gut passt. Keines dieser Programme wurde als komplettes System in einer Studie gegen alle anderen getestet.

Was die Wissenschaft über gute Programmierung sagt

Trainingswissenschaft kann einzelne Programmbausteine beurteilen — Volumen, Frequenz, Last, Nähe zum Versagen, Periodisierung. Sie kann aber selten sagen: „Programm A ist 18 % besser als Programm B.“

Deshalb sind die folgenden Punkte Leitplanken, keine Checkliste, bei der ein Plan sechs Haken braucht, um „evidenzbasiert“ zu sein.

Volumen: 10-20 Sätze pro Muskelgruppe pro Woche

Die alte 10–20-Regel ist als grobe Orientierung bekannt, aber als universeller Sweet Spot zu präzise.

Die aktuellere Dosis-Wirkungs-Literatur zeigt: Mehr sinnvoll ausgeführtes Wochenvolumen ist im Mittel mit mehr Muskelaufbau verbunden, allerdings mit abnehmendem Ertrag. Ein direkter Satz für einen Muskel zählt dabei anders als ein indirekter Satz, und zehn Sätze bis weit vor das Versagen sind nicht dasselbe wie zehn harte Sätze.

Für den Programmvergleich bedeutet das: Nicht nur die Zahl der Sätze zählt, sondern wo sie landen, wie hart sie sind und ob du sie regenerieren kannst. Genau deshalb kann Minimum Effective Volume als Denkmodell helfen, sollte aber nicht wie eine feste biologische Grenze behandelt werden.

Frequenz: 2×/Woche pro Muskelgruppe

Auch „2× ist optimal“ ist zu absolut.

Wenn das Wochenvolumen gleichgesetzt wird, finden neuere Meta-Analysen keinen klaren Hypertrophie-Vorteil von zwei oder drei gegenüber einer Einheit pro Muskelgruppe. Höhere Frequenz kann trotzdem praktisch wertvoll sein, weil du viel Arbeit auf mehrere Tage verteilst und dadurch einzelne Einheiten weniger überlädst.

Für Kraft kann eine höhere Übungsfrequenz zusätzlich mehr spezifische Praxis bedeuten. Deshalb ist Frequenz ein Werkzeug zur Verteilung von Arbeit, nicht automatisch ein eigener Muskelaufbau-Multiplikator.

Periodisierung: Variation schlägt Monotonie

Periodisierte Programme schneiden für Maximalkraft im Mittel etwas besser ab als völlig unveränderte Programme. Undulierende Modelle können bei Trainierten Vorteile gegenüber linearer Periodisierung haben. Für Muskelaufbau sind lineare und undulierende Modelle bei ähnlichem Volumen dagegen sehr vergleichbar.

Das spricht für Variation, aber nicht für die alte Behauptung, DUP würde den Kraftzuwachs pauschal verdoppeln.

GZCLP variiert Belastung über T1/T2 und die Failure-Stufen. PHUL und PHAT trennen schwere von moderateren Tagen. nSuns verändert Prozente und Wiederholungen innerhalb der Woche. StrongLifts ist im Kern deutlich gleichförmiger — das kann am Anfang gerade seine Stärke sein.

Autoregulation: Anpassung an Tagesform

RPE-basiertes Training ist eine direkte Form von Autoregulation. AMRAP-Sätze liefern ebenfalls Feedback, sind aber nicht dasselbe wie ein vollständiges RPE-System.

Greyskull und nSuns nutzen offene Sätze, um Leistung sichtbar zu machen. GZCLP reagiert systematisch auf Fehlschläge. PHUL und PHAT geben eher praktische Regeln wie „nicht jeden Satz bis zum Versagen“, aber keine präzise tagesformabhängige Laststeuerung.

Autoregulation ist dabei kein Pflichtmerkmal. Ein Anfänger kann mit klaren festen Regeln sehr gut trainieren. Relevant wird sie vor allem, wenn Tagesform und Erholung stärker schwanken.

Die Programme im Detail

Greyskull LP — Der smarte 3-Tage-Einstieg

Für wen: komplette Anfänger, die ein sehr kurzes Langhantelprogramm mit drei Tagen pro Woche wollen.

Die aktuelle r/Fitness Basic Beginner Routine ist eine modifizierte Version von Phrak’s Greyskull LP und wird vom Wiki ausdrücklich als „training wheels“ beschrieben: ein Programm zum Lernen der Grundübungen und zum Aufbau einer Trainingsroutine, nicht als langfristige Komplettlösung.

  • 3×5+ auf jeder Übung — der letzte Satz bleibt offen, aber 1–2 Wiederholungen im Tank sind erwünscht
  • Rudern oder Klimmzüge in jeder Einheit — horizontales und vertikales Ziehen wechseln sich ab
  • kleine lineare Laststeigerungen nach erfolgreichen Einheiten
  • 10-%-Reset, wenn die geforderte Gesamtwiederholungszahl nicht mehr erreicht wird

Stärken: extrem einfach, kurze Einheiten, klarer Lernfokus. Schwächen: wenig Übungsvielfalt und bewusst begrenztes Volumen. Das Wiki empfiehlt maximal rund drei Monate, bevor ein umfassenderer Plan sinnvoll wird.

GZCLP — Das durchdachte Anfänger-Programm

Für wen: Anfänger, die mehr Struktur und mehrere Belastungsbereiche wollen.

GZCLP trennt Arbeit in drei Ebenen:

  • T1: schwere Hauptarbeit
  • T2: moderatere Volumenarbeit
  • T3: leichte Zusatzarbeit
  • Failure-Stufen: 5×3+ → 6×2+ → 10×1+ für T1, statt nach einem einzelnen schlechten Tag sofort alles zurückzusetzen

Das ist keine klassische Periodisierung im Sinne eines mehrmonatigen Peakings. Es ist aber ein gutes Beispiel dafür, Last, Wiederholungsbereich und Übungsrolle nicht in einen einzigen 5×5-Block zu pressen.

Stärken: klare Rollen für Übungen, gute Pulling-Integration, systematischer Umgang mit Fehlschlägen. Schwächen: mehr Regeln als bei der Basic Beginner Routine; T3-Auswahl und Wochenrhythmus verlangen etwas mehr Planung.

StrongLifts 5×5 — Der problematische Klassiker

Für wen: Menschen, die maximale Einfachheit wollen und bewusst ein sehr squatlastiges 5×5-System wählen.

StrongLifts 5×5 wird im Internet oft schlechter dargestellt, als es tatsächlich aufgebaut ist. Das Grundprogramm enthält sehr wohl Langhantelrudern — also horizontales Ziehen. Was fehlt, ist ein vertikaler Zug im Kernplan.

Das auffälligste Merkmal ist die Kniebeuge: 5×5 in jeder der drei Wochen-Einheiten. Daraus entsteht deutlich mehr Squat-Arbeit als Deadlift-Arbeit, weil Kreuzheben nur in Workout B mit einem Arbeitssatz auftaucht.

Stärken: extrem verständliche Progression, hohe Übungswiederholung, niedrige Einstiegshürde. Schwächen: starke Squat-Gewichtung, wenig eingebaute Übungsvielfalt und eine Progressionslogik, die langfristig fast vollständig am Gewicht auf der Hantel hängt.

Das macht StrongLifts nicht „für niemanden geeignet“. Es erklärt nur, warum modernere Anfängerprogramme für viele Ziele mehr Werkzeuge mitbringen.

Starting Strength — Dogma über Evidenz

Für wen: Anfänger, die bewusst das Starting-Strength-System und seine Technik-/Langhantelphilosophie lernen möchten.

Starting Strength wird häufig so zusammengefasst, als bestünde es dauerhaft nur aus Squat, Press und Deadlift. Das offizielle Novice-Programm entwickelt sich aber in Phasen: Zunächst wird häufig gekreuzhebt, später kommen Power Cleans hinzu und in Phase 3 auch Chin-ups.

Der kritische Punkt ist daher nicht „keine Zugübung“, sondern die enge Spezifität des Systems. Es priorisiert bestimmte Langhantelbewegungen und Technikvorstellungen deutlich stärker als ein allgemeiner Muskelaufbauplan.

Auch die oft mit Starting Strength verbundene GOMAD-Idee ist keine notwendige Bedingung, um das Trainingsprogramm auszuführen. Ernährungsratschläge und Satz-/Übungsstruktur sollten getrennt bewertet werden.

Stärken: sehr klare Übungsprogression, viel Technikmaterial, hohe Spezifität. Schwächen: für reine Hypertrophieziele begrenzte Übungsauswahl; einige Community- und Ernährungsempfehlungen sind deutlich dogmatischer als die Trainingswissenschaft verlangt.

nSuns 5/3/1 LP — Die Volumen-Maschine

Für wen: Trainierende, die eine einfache LP bereits hinter sich haben, hohe Arbeitsmengen vertragen und lange Einheiten nicht scheuen.

nSuns übernimmt die Idee prozentbasierter Belastungswellen aus 5/3/1, beschleunigt aber die Progression und stapelt sehr viel Arbeit in T1 und T2.

  • 9 T1-Sätze mit wechselnden Wiederholungen und Prozenten
  • 8 T2-Sätze einer ergänzenden Hauptbewegung
  • AMRAP-basiertes Feedback für die nächste Trainingswoche
  • Accessories nach eigener Auswahl

Stärken: viel spezifische Arbeit, klare Prozentvorgaben, motivierende AMRAP-Sätze. Schwächen: sehr hohe Ermüdung, lange Einheiten und kaum Schutz davor, dass ein motivierter Trainierender noch zu viel Zusatzarbeit oben drauf legt.

„Mehr Volumen = schnellste Kraftzuwächse“ wäre zu simpel. nSuns ist vor allem dann interessant, wenn genau diese Arbeitsmenge zu deinem Erholungsbudget passt.

PHUL — DUP für Intermediate

Für wen: Trainierende, die auf vier Tagen Kraft und Muskelaufbau verbinden möchten.

PHUL kombiniert zwei Power- mit zwei Hypertrophie-Tagen:

  • schwere Compounds zu Wochenbeginn
  • moderatere Wiederholungsbereiche auf den Hypertrophie-Tagen
  • Upper/Lower-Split mit zwei Kontakten pro Muskelgruppe
  • deutlich mehr Isolationsarbeit als klassische Anfänger-LPs

Stärken: gute Verteilung verschiedener Wiederholungsbereiche, überschaubare vier Tage. Schwächen: das Original gibt keine besonders ausgearbeitete langfristige Progressionslogik vor; Laststeigerungen musst du sauber organisieren.

PHAT — Das ambitionierte DUP-System

Für wen: Trainierende mit fünf Tagen pro Woche und guter Volumentoleranz.

PHAT von Layne Norton ist umfangreicher als PHUL:

  • zwei Power-Tage
  • drei Hypertrophie-Tage
  • Speed-Sätze zu Beginn der Hypertrophie-Einheiten
  • viel zusätzliche Rücken-, Schulter- und Armarbeit

Stärken: breite Mischung aus schwerer Arbeit, explosiver Arbeit und Bodybuilding-Volumen. Schwächen: hohe Erholungsanforderung und kein Grund, das volle Beispielvolumen sofort zu übernehmen. Norton selbst empfiehlt Einsteigern in das System, zunächst Assistance zu streichen.

Der Entscheidungsbaum

Der wichtigste Filter ist nicht dein Lieblingsname, sondern dein Alltag.

Wie viele Tage kannst du pro Woche trainieren?

3 Tage → Greyskull LP

  • wenn du komplett neu bist und möglichst wenig Komplexität willst

3–4 Tage, Anfänger → GZCLP

  • wenn du bereits mehr Struktur, Übungsrollen und Failure-Management willst

4 Tage, Intermediate → PHUL

  • wenn Kraft und Hypertrophie gleichberechtigt nebeneinander stehen sollen

4-6 Tage, LP ausgereizt, viel Zeit → nSuns

  • wenn du sehr viel Hauptlift-Volumen bewusst suchst und regenerieren kannst

5 Tage, Intermediate+ → PHAT

  • wenn du einen bodybuildinglastigen Hybrid mit Speed- und Power-Arbeit willst

„Ich will Starting Strength oder StrongLifts machen“ → Lies erst den Vergleich

  • nicht weil beide „verboten“ wären, sondern damit du ihre Stärken und Grenzen kennst

Typische Programm-Progression über die Zeit

Eine feste Monatsleiter klingt schön, ist aber nicht individuell belastbar. Sinnvoller ist eine kompetenzbasierte Progression:

Start:          kurze Anfänger-Routine, wenn du die Grundübungen noch lernst
Danach:         umfassenderes LP wie GZCLP oder 5/3/1 for Beginners
LP stagniert:   langsameres oder volumenreicheres Intermediate-System
Langfristig:    Programm nach Ziel, Erholung und Präferenz auswählen

Ein Wechsel nach „Monat 3“ ist nicht automatisch richtig. Manche Trainierende brauchen früher mehr Struktur, andere können eine einfache Progression deutlich länger produktiv nutzen.

Frequenz und Volumen im Vergleich

Programmnamen lassen Volumen oft einfacher aussehen, als es ist. Compounds belasten mehrere Muskelgruppen gleichzeitig, deshalb sind solche Tabellen immer Schätzungen.

Sätze pro Muskelgruppe pro Woche (geschätzt)

MuskelgruppeGreyskullGZCLPStrongLiftsnSuns (4-Day)PHULPHAT
Quads4-66-1215hoch10-16hoch
Hamstringsniedrigmoderatniedrig-moderatmoderat-hoch6-12hoch
Brust4-6moderat7-8hoch10-14hoch
Rücken6-9moderat7-8 Rows + DL-Anteilabhängig von Accessories10-14sehr hoch
Schultern3-5moderatPressing 7-8hoch8-12hoch
BizepsindirektT3-abhängigindirekt durch RowsAccessory-abhängigdirekt + indirektviel direkt + indirekt
TrizepsindirektT3-abhängigindirekt durch Pressinghoch durch Pressingdirekt + indirektviel direkt + indirekt

Direkte und indirekte Sätze lassen sich nicht sauber 1:1 gleichsetzen. Die aktuelle Volumenforschung spricht dafür, indirekte Arbeit zumindest teilweise mitzuzählen.

Die wichtigste Korrektur zur alten Fassung: StrongLifts hat nicht null Rückensätze. Langhantelrudern ist eine der fünf Kernübungen. Das eigentliche Ungleichgewicht liegt eher zwischen sehr häufiger Kniebeuge, seltenem Kreuzheben und fehlendem vertikalem Zug.

Warum das Reddit Wiki StrongLifts & Starting Strength entfernt hat

Die Überschrift ist historisch etwas zu eindeutig formuliert. Sicher belegen lässt sich: StrongLifts und Starting Strength stehen aktuell nicht auf der Recommended-Routines-Seite des r/Fitness-Wikis. Das Wiki empfiehlt kompletten Einsteigern stattdessen zunächst die Basic Beginner Routine und führt anschließend unter anderem GZCLP und 5/3/1-Varianten.

Die Wiki-Texte kritisieren traditionelle LPs vor allem dafür, Fortschritt sehr stark über mehr Gewicht von Einheit zu Einheit zu definieren. Umfassendere Programme steuern zusätzlich Volumen, Intensität, Übungsvielfalt und Ermüdung.

Unsere fachliche Einordnung ergänzt dazu:

  1. StrongLifts ist stark squatlastig. Das ist eine Designentscheidung, keine automatisch ideale Volumenverteilung für jedes Ziel.
  2. Beide Programme sind sehr spezifisch. Für allgemeinen Muskelaufbau fehlen gegenüber moderneren Templates zusätzliche Bewegungs- und Wiederholungsbereiche.
  3. Die lineare Laststeigerung hat ein Ende. Das ist normal und kein Programmfehler — danach braucht Training schlicht mehr Werkzeuge.
  4. Accessory-Arbeit ist begrenzt. Das kann am Anfang angenehm sein, später aber zum Flaschenhals für individuellere Ziele werden.
  5. Einfachheit ist gleichzeitig ihre Stärke. Wer daraus lernt, regelmäßig zu trainieren und Grundübungen sauber auszuführen, hat nichts „falsch“ gemacht.

Es wäre deshalb unseriös, die aktuelle Wiki-Auswahl als wissenschaftlichen Beweis zu verkaufen, dass SL oder SS nicht funktionieren.

Was alle guten Programme gemeinsam haben

Die Programme sehen sehr unterschiedlich aus, aber produktive Trainingssysteme lösen langfristig ähnliche Aufgaben:

  1. Progressive Overload — der Trainingsreiz muss sich über Zeit entwickeln; das kann mehr Gewicht, mehr Wiederholungen oder bessere Arbeit bei gleicher Last bedeuten.
  2. Ausreichendes, regenerierbares Volumen — nicht möglichst viele Sätze, sondern genug hochwertige Arbeit für dein Ziel.
  3. Spezifität — wer stärker in einer Bewegung werden will, muss diese oder eine sehr nahe Variante regelmäßig trainieren.
  4. Ermüdungsmanagement — über konservative Lasten, Resets, Deloads, Übungsrotation oder autoregulierte Entscheidungen.
  5. Ausreichende Bewegungsabdeckung — abhängig vom Ziel; ein Powerlifter braucht etwas anderes als ein Bodybuilder.
  6. Praktische Umsetzbarkeit — ein theoretisch brillanter Plan bringt nichts, wenn du ihn im Alltag nicht konstant trainieren kannst. Deloads sind dabei ein Werkzeug, aber nicht jedes gute Programm braucht einen starren Deload-Kalender.

Das ist auch der Grund, warum die reine Frage „Welches Programm ist wissenschaftlich am besten?“ selten weiterhilft.

Wie hitPR die Programm-Wahl erleichtert

Im hitPR-Katalog findest du unter anderem die folgenden Programme und Adaptionen — mit klaren Progressionsregeln dort, wo das Original sie vorgibt oder hitPR bewusst eine praktische Umsetzung ergänzt:

  • Basic Beginner Routine: vereinfachte hitPR-Adaption mit festen 3×5-Zielen ohne AMRAP und linearer Steigerung
  • GZCLP: T1/T2/T3 mit den Failure-Stufen des GZCLP-Systems
  • Reddit PPL: lineare Progression auf Compounds und Double Progression auf Accessories
  • nSuns: prozentbasierte T1/T2-Sätze mit AMRAP-gesteuerter Progression
  • PHUL: Power- und Hypertrophie-Tage mit einer klaren Double-Progression-Implementierung

Der Vorteil einer App liegt hier nicht darin, den „besten“ Plan auszuwählen. Sie kann dir vor allem die Regeln abnehmen, sobald du dich entschieden hast. Die Muscle Heatmap hilft zusätzlich zu sehen, wie sich das tatsächliche Volumen deines Templates über Muskelgruppen verteilt.

Fazit

Die meisten bekannten Reddit-Programme funktionieren nicht deshalb, weil ihr Name besonders gut ist, sondern weil sie Menschen dazu bringen, über Wochen und Monate strukturiert zu trainieren.

Für komplette Anfänger ist die aktuelle r/Fitness Basic Beginner Routine bewusst minimal. GZCLP bietet danach oder direkt bei etwas mehr Lernbereitschaft mehr Struktur. PHUL und PHAT verbinden Kraft- und Hypertrophiearbeit. nSuns ist ein Spezialfall für Trainierende, die sehr viel Hauptlift-Volumen wollen und verkraften.

StrongLifts und Starting Strength sind nicht „wissenschaftlich widerlegt“. Sie sind nur enger gebaut als viele heutige Alternativen — und stehen deshalb nicht mehr im Zentrum der aktuellen r/Fitness-Empfehlungen.

Für langfristige Progression bleibt 5/3/1 eine andere Kategorie: weniger aggressive Laststeigerung, dafür mehr Raum für Zyklen, Supplemental Work und Ermüdungssteuerung.

Die beste Entscheidung ist deshalb meist unspektakulär: Nimm einen Plan, dessen Struktur zu deinem Ziel und deiner Woche passt, lerne seine Regeln und trainiere ihn lange genug, um überhaupt beurteilen zu können, ob er funktioniert.


Quellen

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