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Mann beim einarmigen Kurzhantel-Rudern auf einer Flachbank im Fitnessstudio

Ganzkörper vs. Split: Welcher Trainingsplan passt zu dir?

· Chris · 5 Min. Lesezeit

“Soll ich Ganzkörper oder einen Split machen?” Die Antwort hängt von einer einzigen Variable ab: Wie viele Tage pro Woche kannst du trainieren? Alles andere folgt daraus.

Dieser Artikel vergleicht die vier gängigsten Splits — mit konkreten Empfehlungen, nicht mit “es kommt drauf an”.

Die 4 gängigsten Splits

1. Ganzkörper (GK)

Jede Einheit trainiert alle großen Muskelgruppen. 1-2 Übungen pro Muskelgruppe, 2-3 Trainingstage pro Woche.

Frequenz: 2-3× pro Muskelgruppe/Woche Typischer Zeitaufwand: 45-60 Minuten pro Einheit

Vorteile:

  • Höchste Frequenz pro Muskelgruppe bei wenigen Trainingstagen
  • Perfekt für Anfänger
  • Flexible Tagesplanung (Mo-Mi-Fr, Di-Do-Sa, etc.)
  • Jeder Trainingstag regt den Muskelaufbau im ganzen Körper an

Nachteile:

  • Wenig Übungsvariation pro Muskelgruppe (1-2 Übungen max.)
  • Bei hohem Volumen werden Einheiten lang (70+ Minuten)
  • Weniger geeignet für hohes Volumen pro Muskelgruppe (16+ Sätze)

Für wen: Anfänger (0-12 Monate), Lifter mit 2-3 Trainingstagen/Woche. Strukturierte GK-Programme: Greyskull LP (AMRAP-basiert) oder GZCLP (4-Tage-Variante mit Tier-System).

2. Oberkörper/Unterkörper (OK/UK)

Tag 1+3: Oberkörper (Brust, Rücken, Schultern, Arme). Tag 2+4: Unterkörper (Quads, Hamstrings, Waden, Bauch).

Frequenz: 2× pro Muskelgruppe/Woche Typischer Zeitaufwand: 50-70 Minuten pro Einheit

Vorteile:

  • Gute Balance aus Frequenz und Volumen pro Einheit
  • Genug Platz für 3-4 Übungen pro Muskelgruppe
  • Flexibel (Mo-Di-Do-Fr oder Mo-Mi-Do-Sa)
  • Erlaubt Heavy/Light-Variation (OK-A schwer, OK-B Volumen)

Nachteile:

  • Braucht 4 Trainingstage
  • Unterkörper-Tage können brutal sein (Kniebeuge + Kreuzheben + Zubehör)

Für wen: Intermediates (6+ Monate), Lifter mit 4 Trainingstagen/Woche. Beliebte OK/UK-Programme mit DUP-Struktur: PHUL und PHAT.

3. Push/Pull/Legs (PPL)

Push: Brust, Schultern, Trizeps. Pull: Rücken, Bizeps, hintere Schulter. Legs: Quads, Hamstrings, Waden, Bauch.

Frequenz: 1-2× pro Muskelgruppe/Woche (je nach Variante) Typischer Zeitaufwand: 50-75 Minuten pro Einheit

Vorteile:

  • Maximale Übungsvariation pro Muskelgruppe
  • Hohes Volumen pro Einheit möglich, ohne dass der ganze Körper platt ist
  • Kein Konflikt zwischen Muskelgruppen (Trizeps wird nur am Push-Tag ermüdet)

Nachteile:

  • 6 Trainingstage für 2× Frequenz — hohes Zeitcommitment
  • Bei nur 3 Tagen/Woche: nur 1× Frequenz (suboptimal)
  • Hohe Disziplin nötig, um Leg Day nicht auszulassen

Für wen: Intermediates bis Fortgeschrittene mit 5-6 Trainingstagen/Woche.

4. Bro-Split (1 Muskelgruppe/Tag)

Montag Brust, Dienstag Rücken, Mittwoch Schultern, Donnerstag Arme, Freitag Beine. Jede Muskelgruppe 1× pro Woche.

Frequenz: 1× pro Muskelgruppe/Woche Typischer Zeitaufwand: 50-70 Minuten pro Einheit

Vorteile:

  • Maximales Volumen pro Muskelgruppe pro Einheit
  • Einfache Planung (Montag = Brust, immer)
  • Beliebt und gut dokumentiert

Nachteile:

  • Nur 1× Frequenz — deutlich schlechter als 2×
  • 5-7 Tage Pause zwischen den Trainingsreizen für denselben Muskel
  • Muskelaufbau-Stimulus nur 1× pro Woche

Für wen: Eher nicht empfohlen. Die Forschung zur Trainingsfrequenz zeigt klar: 2× pro Woche ist 1× überlegen. Wenn du 5 Tage trainierst, ist PPL die bessere Wahl.

Vergleichstabelle

GKOK/UKPPLBro-Split
Tage/Woche2-345-65
Frequenz2-3×
Volumen/EinheitNiedrig-MittelMittelMittel-HochHoch
Übungen/Muskel1-22-33-44-5
Einheitsdauer45-60 min50-70 min50-75 min50-70 min
AnfängerPerfektGutZu vielSuboptimal
IntermediateGutPerfektGutSuboptimal
FortgeschrittenMöglichGutPerfektOkay

Entscheidungshilfe: Wie viele Tage pro Woche?

Die Entscheidung ist simpel:

2 Tage → Ganzkörper. Keine Alternative.

3 Tage → Ganzkörper. OK/UK rotierend ist möglich, aber inkonsequent.

4 Tage → Oberkörper/Unterkörper. Die effizienteste 4-Tage-Verteilung.

5 Tage → PPL rotierend (Push-Pull-Legs-Push-Pull eine Woche, Legs-Push-Pull-Legs-Push die nächste) oder OK/UK + 1 Extra-Tag für Schwachstellen.

6 Tage → PPL-PPL. Jede Muskelgruppe 2× mit maximalem Volumen.

Die ehrliche Empfehlung: Die meisten Lifter fahren mit 4 Tagen OK/UK am besten. Es ist der Sweet Spot aus Frequenz (2×), Volumen pro Einheit (genug für Fortschritt), und Lebensstil-Kompatibilität (2 Ruhetage).

Kann ich meinen Split wechseln?

Ja — und du solltest, wenn sich deine Lebensumstände ändern. Von GK auf OK/UK nach 6-12 Monaten ist der natürliche Übergang, wenn du mehr Volumen brauchst und einen vierten Tag einplanen kannst.

Wichtig: Wechsle den Split nicht, weil du Langeweile hast. Wechsle ihn, wenn dein aktueller Split nicht mehr zu deinem Volumen-Bedarf oder Zeitbudget passt.

Wie hitPR verschiedene Splits unterstützt

hitPR hat für jeden Split fertige Pläne im Katalog:

Ganzkörper 3 Tage: Die Basic Beginner Routine — 3 Übungen pro Session, alles 3×5+ mit AMRAP im letzten Satz, lineare Steigerung (+2,5 kg Oberkörper, +5 kg Unterkörper). Deload nach 2 Fails. Simpler geht’s nicht.

Ganzkörper 3 Tage, nur Kurzhanteln: Der Dumbbell Foundation — 3 Übungen pro Session, Double Progression (8-10 Reps, wenn du alle schaffst → Gewicht hoch). Für alle, die kein Rack haben.

OK/UK 4 Tage: Upper/Lower mit A/B-Variation — Upper-Tage mit 7 Übungen, Lower-Tage mit 5, alles Double Progression.

Ganzkörper 2 Tage: Full Body Essentials — wenn mehr als zwei Einheiten pro Woche realistisch nicht drin sind.

Ganzkörper 3 Tage, Hypertrophie-Fokus: Ganzkörper Hypertrophie — mehr Volumen pro Muskelgruppe als die Beginner-Routine, dafür weniger auf reine Kraft ausgelegt.

5 Tage, Mischform: Upper/Lower + PPL Hybrid — wenn vier Tage zu wenig und sechs zu viel sind.

Plan auswählen, Startgewichte eintragen, trainieren.

Fazit

Der beste Split ist der, den du konsistent durchziehen kannst. Mindestens 2× Frequenz, genug Volumen, progressive Steigerung — das sind die Basics. Welcher Split das liefert, hängt von deinen verfügbaren Trainingstagen ab — nicht von deinem Instagram-Feed. Wenn du dir die Wahl erleichtern willst: der Reddit-Programmvergleich zeigt bewährte Templates für jedes Level und jede Frequenz.


Quellen

  • Schoenfeld BJ et al. (2016). Effects of Resistance Training Frequency on Measures of Muscle Hypertrophy. Sports Medicine, 46(11):1689-1697.
  • ACSM (2009). Progression Models in Resistance Training for Healthy Adults. Medicine & Science in Sports & Exercise, 41(3):687-708.

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